Strategische Beratung für Führungskräfte und Executives

Führung wird falsch besetzt – was Sie daraus für Ihre Bewerbung ziehen können

Laut Handelsblatt besetzen viele Unternehmen ihre Spitzenpositionen nach wie vor nach dem Prinzip: Loyalität vor Leistung, Bekanntheit vor Eignung.
Karrieren verlaufen im eigenen Haus, Entscheidungen fallen im vertrauten Zirkel, Führungsrollen werden oft mit Managern besetzt, die Prozesse absichern – nicht mit Menschen, die Wandel gestalten.

Gerade für die Bewerbung als externe Führungskraft stellt sich damit die Frage:

Wie positioniere ich mich sinnvoll in einem System, das noch immer alte Muster bedient – aber erkennbar an seine Grenzen kommt?

Perspektivwechsel statt Hauskarriere?

Viele Top-Führungspositionen werden immer noch intern besetzt – nicht unbedingt, weil es die besten Kandidaten wären, sondern weil das System interne Loyalität stärker belohnt als externe Impulse.

Was das für Ihre Bewerbung bedeutet:
→ Zeigen Sie, welche Perspektiven Sie mitbringen, die intern oft fehlen – z. B. durch Wechsel, Branchenbrüche oder bewusst gewählte Umwege.
→ Machen Sie deutlich, was Ihnen diese Erfahrungen ermöglicht haben: andere Sichtweisen, größere Anpassungsfähigkeit, ein geschärfter Blick fürs Wesentliche.
→ Entscheidend ist dabei nicht die Fülle Ihrer Erfahrungen – sondern, welche davon für genau dieses Unternehmen relevant sind.

Was haben Sie außerhalb etablierter Pfade gelernt, das in dieser Organisation gerade gebraucht wird – und intern vielleicht kaum sichtbar ist?

⚠️ Der Köder muss dem Fisch schmecken, nicht dem Angler.


Führen heißt nicht nur steuern

Viele Führungskräfte gelten als fachlich stark – aber in ihrer Führungswirkung schwach. Prozesse werden verwaltet, Risiken vermieden, Verantwortung weitergereicht. Was fehlt, ist oft: Haltung, Orientierung, Klarheit.

Was das für Ihre Bewerbung bedeutet:
→ Machen Sie deutlich, wie Sie geführt haben – nicht nur, was Sie organisiert oder verwaltet haben.
→ Zeigen Sie, wie Sie in kritischen Phasen Verantwortung übernommen, Sicherheit vermittelt oder Veränderung ermöglicht haben, nennen Sie Beispiele dazu.
→ Stellen Sie dabei nicht Ihre Methode in den Vordergrund – sondern Ihre Wirkung.

Was hat Ihre Art zu führen in schwierigen Situationen konkret bewirkt?


Kein Standardprofil – und genau deshalb interessant

Der Handelsblatt-Artikel zeigt: Die Lebensläufe vieler Führungskräfte ähneln sich – in Alter, Ausbildung, Karriereverlauf. Was fehlt, ist Unterschied. Doch genau darin liegt Wert.

Was das für Ihre Bewerbung bedeutet:
→ Wenn Sie nicht typisch sind, nutzen Sie das als Vorteil. Sichtbar wird es ohnehin – besser, Sie ordnen es ein, als dass andere es für Sie tun.
→ Zeigen Sie, wie Ihre Abweichung von der Norm für das Unternehmen einen Unterschied macht.
→ Keine Entschuldigung, sondern: Differenz mit Substanz.

Welche Perspektive bringen Sie ein, die andere nicht haben – und woran würden andere merken, dass das wertvoll ist?


Wer sich hinterfragt, führt besser

Wer sich selbst glaubwürdig reflektieren kann, hat in vielen Auswahlgesprächen heute einen Vorsprung – gerade bei Positionen, die Veränderung erfordern.

Was das für Ihre Bewerbung bedeutet:
→ Seien Sie nicht perfekt – sondern nachvollziehbar.
→ Zeigen Sie, wie Sie mit Fehlern umgehen, mit Kritik, mit Kurskorrektur.
→ Nicht ausweichen – sondern zeigen, dass Entwicklung Teil Ihrer Identität ist.

Welche Erkenntnis hat Sie nachhaltig geprägt – und wie hat sie Ihr Handeln verändert?


Position beziehen statt warten

Viele Top-Positionen werden nicht öffentlich ausgeschrieben. Wer nicht Teil eines internen Netzwerks ist, braucht eine andere Strategie.

Was das für Ihre Bewerbung bedeutet:
→ Fangen Sie im Kleinen an: Schreiben Sie eine Liste von Menschen, mit denen Sie in der Vergangenheit gut zusammengearbeitet haben.
→ Überlegen Sie: Wer kennt meinen Arbeitsstil? Wer weiß, was ich kann? Wer könnte einen Anknüpfungspunkt haben – oder jemanden kennen, der einen hat?
→ Gehen Sie dann in den Kontakt – nicht mit einer Bitte um Jobvermittlung, sondern mit einem Gesprächsangebot: Austausch, Sparring, gegenseitiges Update.

Was wäre ein konkreter nächster Schritt – ein Gespräch, ein Austausch, ein Kommentar –, mit dem Sie sichtbar werden könnten, ohne sich zu verstellen?

Fazit: Der Artikel zeigt ein System – und seine Sackgassen

Der Handelsblatt-Artikel lässt sich auf zwei Arten lesen:
Als Beschreibung eines Führungs- und Auswahlapparats, der sich selbst blockiert – oder als Hinweis auf mögliche Brüche im System.

Viele Unternehmen setzen weiter auf vertraute Muster, bekannte Gesichter, bewährte Karrieren. Die Konsequenzen: Mutlosigkeit an der Spitze, strategische Lähmung, Vertrauensverlust bei Mitarbeitenden.

Aber genau darin liegt auch eine Chance – für diejenigen, die bereit sind, ihre Bewerbungsstrategie neu zu denken.

Warten Sie nicht darauf, dass sich der Markt ändert. Ändern Sie selbst, wie Sie im Markt auftreten. Nicht angepasst, nicht anbiedernd – aber klar, anschlussfähig und handlungsbereit.

Was gilt es schon zu verlieren?


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